Lamborghini Sian Roadster

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Lamborghini Sian Roadster - Heck- und Seitenansicht im Freien - bei Automagazin Plus Lamborghini Sian Roadster - Innenraum Sitze - bei Automagazin Plus Lamborghini Sian Roadster - Innenraum Cockpit - bei Automagazin Plus Lamborghini Sian Roadster - Front- und Seitenansicht - bei Automagazin Plus Lamborghini Sian Roadster - Seitenansicht - bei Automagazin Plus Lamborghini Sian Roadster - Heckansicht - bei Automagazin Plus

Der lauteste Blitz, den Sant’Agata je gebaut hat

Der Lamborghini Sian Roadster ist kein gewöhnlicher Supersportwagen mit offenem Verdeck. Er ist eine imposante Antwort auf die Frage, wie viel Innovation, Leistung und brachiale Präsenz sich in einem Hybrid-Roadster vereinen lassen. Schon der erste Blick auf die scharfen Linien verrät, dass hier keine Kompromisse eingegangen wurden. Jedes Detail schreit nach Geschwindigkeit, jeder Luftkanal ist auf maximale Kühl- und Aerodynamikleistung ausgelegt. Der Sian Roadster steht in der Tradition wilder Stiere – und geht mit elektrischer Unterstützung entschlossen in eine neue Ära.

Im Zentrum steht ein V12-Saugmotor mit 6,5 Litern Hubraum, der ohne künstliche Aufladung satte 785 PS mobilisiert. Unterstützt wird er von einem 48-Volt-Elektromotor mit weiteren 34 PS. Die kombinierte Systemleistung kratzt an der magischen Grenze von 820 PS. Entscheidend dabei: Die Energie kommt nicht aus herkömmlichen Lithium-Ionen-Zellen, sondern aus einem innovativen Superkondensator-System, das dreimal so viel Leistung wie ein konventioneller Akku liefert – bei gleichem Gewicht.

Der Sian Roadster katapultiert sich in 2,9 Sekunden auf Tempo 100 und lässt erst bei über 350 km/h wieder locker. Der zusätzliche Boost durch den E-Motor unterstützt insbesondere beim Beschleunigen aus niedrigen Geschwindigkeiten und eliminiert das berühmte Turboloch, das in dieser Klasse ohnehin keine Daseinsberechtigung hat.

Sein Name „Sián“, was im Bologneser Dialekt für „Blitz“ steht, ist kein Zufall. Der Roadster kombiniert rohe Naturgewalt mit futuristischer Hybridtechnik, wie sie bisher in keinem anderen Lamborghini zum Einsatz kam.

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Design trifft Funktion – Schärfer als eine Klinge

Die Karosserie des Sian Roadster ist eine Hommage an die große Kunst der Formgebung unter dem Einfluss brutaler Windkanallogik. Die Silhouette wirkt wie eine Mischung aus Hightech-Flugzeug und außerirdischem Speer. Das Heck mit seinen sechseckigen LED-Rückleuchten, die stark an den legendären Countach erinnern, zieht Blicke wie ein Magnet. Und das feststehende Airblade-System sorgt dafür, dass der Luftstrom nicht nur sauber geleitet, sondern auch für die Kühlung effizient genutzt wird.

Die Maße des Fahrzeugs lassen keine Zweifel aufkommen: 4.980 mm Länge, 2.080 mm Breite und eine Höhe von nur 1.133 mm. Die flache Bauweise presst den Roadster förmlich an den Asphalt. Das Trockengewicht liegt bei 1.595 Kilogramm – ein erstaunlicher Wert angesichts der Leistung und Hybridtechnik. Jedes Bauteil ist auf Leichtbau getrimmt. Kohlefaser, Titan, 3D-gedruckte Lüftungsauslässe – Lamborghini zündet ein Materialfeuerwerk der neuesten Generation.

Auf eine Windschutzscheibe im klassischen Sinn wurde verzichtet. Stattdessen sorgen transparente Deflektoren für gezielte Luftumlenkung, ohne den offenen Charakter zu stören. Auch das Fehlen eines Dachs ist kein Zufall. Der Sian Roadster ist kompromisslos auf Frischluft, Lärm und Adrenalin ausgelegt.

Der Sound, den der frei atmende Zwölfzylinder in Kombination mit dem Elektromotor entfesselt, gleicht einer Kampfansage an jede Schallmauer. Pure Gänsehaut, selbst im Leerlauf.

Hybrid-Supersportwagen mit Superkondensator – Technik auf Angriff

Lamborghini setzt beim Sian Roadster nicht auf ein klassisches Plug-in-Hybridsystem. Stattdessen kommt eine 48-Volt-Elektroeinheit zum Einsatz, die direkt in das Getriebe integriert ist und ohne Ladepause arbeitet. Die Energieversorgung übernimmt ein revolutionärer Superkondensator, der sich in Sekunden auflädt und blitzschnell entlädt. Dadurch kann der Elektromotor sofort eingreifen – zum Beispiel beim Anfahren, Überholen oder Schalten.

Die Vorteile sind klar: Keine Reichweitenprobleme, kein schwerer Akku, kein künstliches Antriebserlebnis. Stattdessen: direkter Punch, lineare Leistungsabgabe, präzise Dosierbarkeit. Die Schaltvorgänge verlaufen weicher, da der Elektromotor die Drehzahlunterschiede beim Gangwechsel abfedert. Vor allem im Stadtverkehr – soweit ein Lamborghini überhaupt dorthin gehört – macht sich diese Technik positiv bemerkbar.

Das Getriebe ist ein automatisiertes ISR-7-Gang-System, das blitzschnell durch die Gänge feuert. Der permanente Allradantrieb sorgt dafür, dass die Leistung jederzeit verlustfrei auf den Asphalt gelangt. Eine adaptive Aerodynamik und ein intelligentes Fahrwerk mit Push-Rod-Aufhängung halten den Roadster in jeder Kurve auf Kurs – selbst jenseits der 300 km/h.

Assistenzsysteme? Fehlanzeige. Der Fokus liegt auf purer Kontrolle. Traktions- und Stabilitätsprogramme sind natürlich vorhanden, aber so abgestimmt, dass sie nicht bevormunden. Das Fahrerlebnis bleibt immer das Maß aller Dinge.

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Innenraum – Maßanzug aus Kohlefaser und Adrenalin

Wer Platz nimmt, blickt auf ein Cockpit, das wie aus einem Sci-Fi-Film wirkt. Das Design ist kantig, reduziert, hochmodern – aber nicht verspielt. Der Fahrer wird nicht eingebettet, sondern integriert. Alles ist auf Performance ausgerichtet. Das 3D-gedruckte Belüftungssystem kann personalisiert werden. Selbst Initialen lassen sich in die Auslässe integrieren.

Die Sitze bestehen aus sichtbarer Kohlefaser mit Leder- oder Alcantara-Bezug. Die Polsterung ist straff, aber ergonomisch, mit starker Seitenführung für hohe Kurvengeschwindigkeiten. Sitzposition und Lenkrad lassen sich elektrisch verstellen – auf Wunsch millimetergenau. Das Digital-Cockpit ist voll konfigurierbar und zeigt unter anderem Energiefluss, Boost-Status, Reifentemperaturen, G-Kräfte und Schaltvorgänge. Die Mittelkonsole erinnert eher an ein Kampfjet-Panel als an einen Sportwagen. Schalter, Kipptasten und der typische Startknopf unter roter Klappe sind funktionale Designelemente mit klarer Haptik.

Die Materialien im Innenraum sind kompromisslos. Keine glänzenden Dekore, kein Hochglanz-Chrom, sondern gebürstetes Aluminium, Carbon-Mattenstruktur und punktuell eingesetzte Kontrastnähte. Wer möchte, kann Farben, Embleme, Gurte, Ziernähte und sogar die Instrumentengrafiken über Lamborghini Ad Personam vollständig individualisieren lassen. Jedes Interieur ist damit so einzigartig wie das Fahrzeug selbst.

Kofferraum? Minimalistisch. Wer sich für einen Lamborghini Roadster entscheidet, hat keine Golfbags im Sinn. Der Stauraum vorne reicht für ein kleines Weekender-Bag. Klimatisierung, beheizbare Sitze und Smartphone-Schnittstellen sind vorhanden – aber diskret integriert. Auf einen zentralen Touchscreen wurde bewusst verzichtet. Bedient wird klassisch – über Tasten, Hebel und echte Bewegung.

Konnektivität ist vorhanden, aber reduziert. Apple CarPlay ist an Bord, ebenso eine Bluetooth-Kopplung und USB-Anschluss. Navigation und Fahrmodi sind auf sportliche Fahrer ausgelegt – mit Echtzeitdaten und direktem Zugriff auf Fahrwerks- und Antriebseinstellungen. Der Fokus bleibt klar: fahren, nicht scrollen. Wer hier sitzt, will keinen Podcast hören – er will Geschwindigkeit spüren.

Fahrverhalten – Aggression trifft Präzision

Der Sian Roadster fährt sich so kompromisslos, wie er aussieht. Jeder Millimeter Pedaldruck wird in unmittelbare Reaktion umgesetzt. Die Lenkung ist direkt, hart und ehrlich. Die Karbon-Keramik-Bremsen packen ohne Gnade zu. Wer auf die Bremse tritt, verlangsamt nicht nur – er wird festgehalten.

In Kurven zeigt sich der Vorteil der intelligenten Aerodynamik. Der Anpressdruck nimmt mit dem Tempo zu, der Roadster saugt sich in den Asphalt. Das elektronisch geregelte Fahrwerk passt sich permanent der Fahrweise an. Dennoch bleibt das Feedback roh und unverfälscht. Kein digitaler Filter. Keine Weichspülung.

Auf der Autobahn? Brutal. Auf der Landstraße? Präzise. In der Stadt? Fehl am Platz, aber dennoch fahrbar. Die Kombination aus V12-Gewalt und Elektro-Boost lässt sich nicht zähmen – nur beherrschen. Wer die Kraft unterschätzt, verliert schnell die Linie.

Die Geräuschkulisse ist ein Orchester aus mechanischem Röhren und elektrischer Präzision. Der Elektromotor summt – der V12 brüllt. Beides zusammen ergibt ein Klangbild, das auch ohne Auspuffklappen hypnotisiert.

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Preis, Stückzahl und die Jagd nach Seltenheit

Der Lamborghini Sian Roadster ist nicht nur exklusiv – er ist ein Phantom auf Rädern. Weltweit existieren lediglich 19 Exemplare. Jedes Einzelstück wurde nach Kundenwunsch gebaut. Der Einstiegspreis liegt bei über 3,3 Millionen Euro netto – Tendenz steigend. Sammler reißen sich um die Fahrzeuge, sobald eines überhaupt den Besitzer wechselt.

Für die meisten bleibt der Sian Roadster ein Traum. Für wenige: ein Statement auf Rädern. Lamborghini positioniert ihn nicht als Alltagsmodell, sondern als technisches Grenzprojekt. Der Roadster zeigt, was machbar ist, wenn Gewicht, Kosten und Normverbrauch keine Grenzen setzen.



Gegenspieler? Nur auf dem Papier

Der Markt für offene Hybrid-Supersportwagen mit über 800 PS ist eine exklusive Bühne – die Zahl der direkten Konkurrenten des Lamborghini Sian Roadster lässt sich an einer Hand abzählen. Doch selbst innerhalb dieser Riege sticht der Sian als Konzeptfahrzeug mit Superkondensator-Technologie und Saugmotor hervor.

Der Ferrari SF90 Spider tritt mit einem V8-Biturbo und drei Elektromotoren an, bringt es auf 1.000 PS und eine rein elektrische Reichweite von bis zu 25 Kilometern. Technologisch ist der Ferrari breiter aufgestellt, unterstützt durch eine ausgeklügelte Torque-Vectoring-Einheit und bis zu 390 kg Downforce bei 250 km/h. Im Vergleich wirkt der Sian kompromissloser – direkter, ohne Assistenzschnickschnack. Der SF90 ist schneller auf der Geraden, doch emotional weniger greifbar.

Der McLaren Artura Spider, ebenfalls ein Plug-in-Hybrid, nutzt einen 3,0-Liter-V6-Twin-Turbo und einen E-Motor, zusammen 700 PS. Leichtbau wird großgeschrieben: 1.560 kg Leergewicht, aber mit einem Fokus auf Alltagstauglichkeit, moderner Effizienz und Komfort – was dem Artura den Biss eines echten Supersportlers kostet, wenn es um extreme Radikalität geht. Klanglich bleibt der McLaren blass, technisch solide.

Koenigsegg Gemera sprengt alle Formeln. Ein 2-Liter-Dreizylinder mit Freevalve-Technologie und drei Elektromotoren ergeben bis zu 1.700 PS. Viersitzer, Allrad, absurd fortschrittlich – aber kein klassischer Roadster, kein offenes Konzept, keine emotionale Bindung wie beim Sian. Der Gemera fährt eine völlig eigene Philosophie, jenseits der traditionellen Sportwagenformel.

Aston Martin Valhalla ist noch nicht final am Markt. Ein V8-Plug-in mit über 900 PS, fokussiert auf die Kombination aus britischem Design und AMG-Power. Vielversprechend – aber Stand jetzt eine Vision. Der Sian ist real. Greifbar. Und längst verkauft.

Im Gesamtbild bleibt der Lamborghini Sian Roadster eine Solitärausnahme. Kein anderer Hybrid-Supersportwagen verbindet Saugmotor, Superkondensator, V12-DNA und limitierte Verfügbarkeit in dieser Form. Für Technik-Pioniere mit Sinn für brachiale Schönheit führt an ihm kein Weg vorbei – vorausgesetzt, man hat die richtige Einladung.

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Ausblick – Was bleibt, was kommt

Der Lamborghini Sian Roadster war nie als Serienlösung geplant – und genau das macht ihn interessant. Mit 819 PS Systemleistung, einem revolutionären 48-Volt-Superkondensator-System und einem V12-Saugmotor markiert er den Übergang von analoger Brutalität zu kontrollierter Elektrifizierung. Kein Bruch, sondern ein taktischer Zwischenschritt. Lamborghini hat hier Funktionen getestet, die heute fester Bestandteil des Revuelto sind – dem offiziellen Nachfolger im V12-Segment.

Viele der Technologien aus dem Sian haben längst den Weg in die Serienentwicklung gefunden. Die elektrische Unterstützung beim Schalten, die temperaturgesteuerte Aerodynamik und der konsequente Leichtbau mit 3D-gedruckten Komponenten sind heute keine Showelemente mehr, sondern Bestandteile künftiger Modellgenerationen. Selbst wenn der Superkondensator nicht direkt übernommen wird – sein Konzept hat das Denken über kurzzeitige Zusatzleistung verändert.

Lamborghini wird absehbar keine reinen Verbrenner mehr entwickeln. Die Elektrifizierung ist beschlossene Sache, das Hybrid-Zeitalter längst angebrochen. Der Sian Roadster war das erste Statement – nicht im Serienmaßstab, sondern als Ideenträger. Er bewies, dass Performance auch mit elektrischer Komponente radikal umgesetzt werden kann, ohne Kompromisse bei Charakter oder Reaktion.

Was vom Sian bleibt, ist mehr als eine technische Fußnote. Er hat das Feld vorbereitet für eine neue Ära in Sant’Agata – mit V12-DNA, aber neuer Architektur. Für Sammler ist er ein Investment. Für Techniker ein Meilenstein der Entwicklungsarbeit. Für den Markt ein Hinweis darauf, wie konsequent sich Lamborghini auf Geschwindigkeit einstellt – auch beim Wandel.

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